Sehr häufig lesen wir in der Bibel, dass Abraham glaubte und ihm dies als Gerechtigkeit zugerechnet wurde:
Genesis 15, 6
Römer 4, 3
Galater 3, 6
Wir lesen dies und verstehen, dass wir nicht durch unsere Werke gerecht gemacht werden können. Aber wie ist dann Jakobus 2, 20-21 zu verstehen?

Jakobus 2, 20-21
Willst du also einsehen, du törichter Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist? 21 Abraham, unser Vater, wurde er nicht aus den Werken als gerecht anerkannt, als er seinen Sohn Isaak auf den Opferaltar legte?
Ihr könnt auch weiterlesen und erkennen, dass Jakobus schreibt, dass der Glaube erst durch die Werke zur Vollendung findet. Also was bedeutet dies nun: Werden wir erst durch die Werke gerecht? Braucht es beides Glaube und Werke? Oder braucht es nur den Glauben?
Nun stellen wir uns vor, dass es jemanden gibt, der glaubt, dass Jesus für ihn am Kreuz gestorben ist. Das er ein sündiger Mensch ist und Vergebung braucht. Er nimmt das Evangelium für sich an. Es ändert sich sonst aber nichts. Er geht täglich zur Arbeit, verdient gutes Geld, hat seine Freizeitbeschäftigungen, spielt Golf, besitzt 2 Häuser, spendet ab und zu etwas Geld.
Nun ist gegen all dies nichts zu sagen. Die Bibel verurteilt Reichtum auch nicht. Aber ist dies ein Leben was Gott gefällt, oder ist dies etwas was Gott missfällt?
Stellen wir uns vor wir wären dieser Mensch. Was würden wir ändern oder würden wir dieses Leben auch so leben?
Nun ich glaube, was uns Jakobus sagen möchte, ist, dass wir wenn wir erkennen, was Jesus für uns am Kreuz getan hat, wir ebenso an anderen Menschen handeln wollen? Wir wollen ihnen Gutes tun. Die Liebe Jesus am Kreuz ihnen wiederspiegeln auch ohne etwas Gutes von ihnen zu erwarten.
Wir ändern unser Ich-Zentriertes Leben in ein Ich-Sehe-den-Anderen Leben.
Dies heißt nicht, dass uns nur unsere Werke vor Gott gerecht machen.
Stellen wir uns nun vor, dass es einen Menschen gibt, der sehr viel Gutes tut. Er kauft Lebensmittel und verteilt sie an Obdachlose. Er hilft seiner Nachbarin, die schon über 80 Jahre ist, im Haushalt. Auch seiner Schwester, die 3 kleine Kinder und ihren Mann verloren hat, bei der täglichen Routine. Rundum ist er sehr hilfsbereit und sieht wo Not am Mann ist. Aber er glaubt nicht, dass es einen Gott gibt.
Was wird Gott zu ihm sagen, wenn er irgendwann vor ihm steht? „Du hast viel Gutes getan, du hast deine Mitmenschen geliebt und hast ein Leben gelebt, wie ich es mir von jedem Menschen gewünscht habe. Du bist gerecht in meinen Augen.“
Ganz wie Jesus in Matthäus 25, 40 sagt: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
Reicht dies aus?
Ich denke, dass es beides braucht. Unser Glaube aber auch unsere Werke. Wenn wir erkennen was Jesus am Kreuz für uns getan hat, kann uns das nicht kalt lassen. Wir können nicht einfach weiter machen wie bisher. Wir wollen auch mit unseren „schwierigen“ Mitmenschen liebevoll umgehen. Klar ist dies nicht immer einfach, aber gerade bei dem Umgang von Menschen, die für uns schwierig sind, zeigt sich ob wir wirklich Jesus Liebe in unserem Leben zeigen möchten.
Es ist einfach Menschen zu lieben, die uns auch lieben. Aber genau dies hat uns Jesus vorgelebt. Er ist zu den Menschen gegangen, die andere betrogen haben (Zöllner, Ehebrecherin…). Genau diese Menschen brauchen unsere guten Werke/Liebe.
Also lasst uns gleich heute damit anfangen.
