Zunächst einmal können wir Leid unterscheiden. Welches, was uns durch andere Menschen angetan wird (Hass, Gewalt, Krieg….) und Leid das durch äußerliche Umstände verursacht wird (Krankheiten, Naturkatastrophen, Unfälle, Tod…).
Egal um was für eine schwere Situation es sich handelt, wir wollen diese Probleme und Schwierigkeiten nicht in unserem Leben. Und wir möchten, dass diese so schnell wie möglich vorüber gehen. Wir fragen uns warum dies passiert und warum es einen guten Gott gibt, der so etwas zulässt.
Wir stellen uns viele Fragen und finden doch keine Antwort:
- Warum macht Gott der Gewalt nicht ein Ende?
- Warum heilt Gott (auch Jesus) nicht alle Krankheiten?
- Will Gott uns prüfen, was sollen wir daraus lernen?
- Möchte uns Gott zur Umkehr rufen? Haben wir das Leid (als Strafe) selbst durch unsere Sünde verursacht?
Es ist schwierig auf alle diese Fragen Antworten zu finden und vielleicht gibt es nicht diese eine Antwort, sondern verschiedene.
1. These
„Gott möchte unsere Beziehung zu ihm vertiefen.“
Ich möchte dies an 2 Beispielen darlegen. In 1. Mose 16 lesen wir die Geschichte von Hagar. Sara, die Frau von Abraham konnte keine Kinder bekommen. Es war jedoch damals üblich, dass die Kinder einer Magd , wenn sie denn mit dem Ehemann der Besitzerin gezeugt wurden, auch als die Nachkommen der Besitzerin der Magd galten. So verfährt nun Sara. Sie gibt ihre Magd Hagar ihrem Ehemann, dass dieser mit ihr ein Kind zeugt. Dies funktioniert auch und Hagar wird schwanger. Jedoch sobald sie schwanger ist, fangen die Probleme für Hagar an. Wir lesen

1. Mose 16, 5
sagte Sarai zu Abram: Das Unrecht, das ich erfahre, komme über dich! Ich selbst habe meine Sklavin in deinen Schoß gegeben. Aber kaum sieht sie, dass sie schwanger ist, und schon gelte ich in ihren Augen nichts mehr. Der HERR richte zwischen mir und dir.
und weiter:
Da misshandelte Sarai sie und Hagar lief ihr davon.
Und nun passiert es in der Wüste, da begegnet ihr Gott. Auf sich alleine gestellt und schwanger und sicherlich eine sehr schwierige Situation, da kommt Gott und zeigt sich ihr durch einen Engel. Wenn wir den Dialog zwischen Gott und Hagar lesen, sehen wir wie nahe Gott ihr kommt und wie er sie stärkt. Er sagt ihr, dass er ihr Leid gehört und gesehen hat. Er gibt ihr auch ein Versprechen. Gott vertieft die Beziehung zu Hagar und Hagar dankt Gott. Sie nennt den Brunnen „El-Roï – Gott schaut auf mich -„. Das zeigt wie sehr Hagar erkannt hat, dass Gott sie auch in dem Leid nicht im Stich lässt. Denn sie soll wieder zurück zu Sara gehen und sich unter ihre Hand demütigen.
Ein 2. Beispiel lesen wir in 2. Mose 2. Die Israeliten waren schon seit einiger Zeit in Ägypten. Die Ägypter sahen, dass die Israeliten sich vermehrten und versuchten sie zu unterdrücken (was bestimmt noch milde ausgedrückt ist).
Wir lesen:

2. Mose 2, 23-25
Nach vielen Jahren starb der König von Ägypten. Die Israeliten stöhnten noch unter der Sklavenarbeit; sie klagten und ihr Hilferuf stieg aus ihrem Sklavendasein zu Gott empor. Gott hörte ihr Stöhnen und Gott gedachte seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob.
Auch hier sieht Gott das Leid, was diesen Menschen widerfährt und begegnet ihnen. Was dann folgt ist die großartigste Geschichte (neben der Lebensgeschichte Jesu), die Gott mit seinem Volk geht. In dem er ihr Vertrauen prüft und gewaltige Wunder tut, verändert er vollkommen die Beziehung zu seinem Volk. Das Ganze gipfelt darin, dass Gott den Bund, den er mit Abraham geschlossen hatte, auf eine tiefere Ebene stellt. Er gibt ihnen sein gutes Gesetz. Nachzulesen in 2. Mose 19 ff.
Ebenso wohnt er dann unter ihnen indem er eine Stiftshütte bauen lies, in die er dann mit seiner Herlichkeit einzog. Er wohnte also unter seinem Volk.

2. Mose 40, 34
Dann bedeckte die Wolke das Offenbarungszelt und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.
2. These
„Gott prüft unsere Beziehung zu ihm.“
Die wohl bekannteste Geschichte, die wir in der Bibel zu Leid lesen, ist die Geschichte von Hiob. Obwohl er ein Leben mit Gott führt, wird ihm alles genommen. Nur sein Leben darf er behalten.
Wir fragen uns, warum er all dies durchmachen muss. Aber schon zu Beginn der Geschichte sehen wir warum

Hiob 1, 9
Der Satan erwiderte Jahwe: „Ist Hiob etwa umsonst so gottesfürchtig? Du beschützt ihn doch von allen Seiten, sein Haus und alles, was er hat! Du lässt ja all sein Tun gelingen, und seinde Herden breiten sich im Land aus. Versuch es doch einmal und lass ihn alles verlieren, was er hat! Ob er dir dann nicht ins Gesicht hinein flucht?
Der Satan möchte wissen ob Hiob auch an Gott festhält, wenn ihm alles genommen wird. Gott lässt es zu, weil er in Hiobs Herz sehen kann und weiß, dass er seinen Glauben nicht verleugnet.
Gott prüft uns manchmal bzw. lässt die Prüfung zu. Wir müssen uns fragen ob wir auch an Gott festhalten, wenn alles um uns zerbricht. Es ist einfach an Gott festzuhalten, wenn er uns den Segen ausschüttet und uns alles gelingt. Aber gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, ob wir Gott vertrauen und wissen, dass er am Ende uns den Sieg schenkt.
Auch Johannes der Täufer und Jesus werden geprüft. Wohl gemerkt bevor ihr Wirken (Wunder) anfängt. Jesus geht 40 Tage in die Wüste und hungert. Der Satan kommt dann in der schwersten Stunde und versucht ihn. Doch Jesus hält unbeirrt an seinem Vater fest und was lesen wir, nachdem Jesus der Versuchung standhält:

Matthäus 4, 11
Darauf ließ der Teufel von ihm ab und siehe, es kamen Engel und dienten ihm.
Ich glaube, dass es sich gerade in den schwierigen Zeiten beweist, wie unser Herz ist. Wenn unser Herz an Gott hängt, werden wir ihn noch intensiver suchen.
Wir suchen Gott und Antwort darauf warum uns dieses Leid geschieht. Wir hadern mit Gott:

Hiob 13, 21 + 23-24
Zieh deine Hand von mir zurück; / dein Schrecken soll mir keine Angst einjagen.
Wie viel habe ich an Sünden und Vergehen? / Meine Schuld und mein Vergehen sag mir an! Warum verbirgst du dein Angesicht / und siehst mich an als deinen Feind?
Wir möchten das Leid nicht ertragen, wir jammern und klagen. Ja auch mir geht es so. Aber ist dies richtig? Können wir Gott anklagen? Er, der alles geschaffen hat und einen guten Plan für jeden hat, der ihn sucht.
Paulus zeigt uns in seinen Briefen wir wir vielleicht besser damit umgehen sollten.

Römer 5, 3-5
Wir freuen uns auch dann, wenn uns Sorgen und Probleme bedrängen, denn wir wissen, dass wir dadurch lernen, geduldig zu werden. 4 Geduld aber macht uns innerlich stark, und das wiederum macht uns zuversichtlich in der Hoffnung auf die Erlösung. 5 Und in dieser Hoffnung werden wir nicht enttäuscht werden. Denn wir wissen, wie sehr Gott uns liebt, weil er uns den Heiligen Geist geschenkt hat, der unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt.
Ich weiß es ist schwer gerade im Leid zu sehen, was daraus Gutes werden sollte. Aber vielleicht können wir erkennen, wie Gott uns verändern möchte und ihm dafür danken. Und wir können um Kraft und Hilfe beten, dass wir diese Veränderung an uns schaffen.
Abschluß
Eines ist mir (im Leid) ganz klar geworden. Auch wenn wir nicht jede Frage beantworten können und vielleicht auch nicht verstehen oder lernen was Gott von uns in dieser Situation möchte, wir können gewiß sein: Am Ende wird er den Sieg davon tragen. Und dieser Sieg wird seinem Plan entsprechen. Und er wir auch für uns gut sein
